CSR-Berichtspflicht ab 2017

14.04.2017 11:53 von Ulrike Stöckle

Die neue Richtlinie zur Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen (sog. CSR-Richtlinie) für mehr Unternehmenstransparenz in Europa

Agentur für nachhaltige Kommunikation

Am 15. April 2014 hat das EU-Parlament dem Erstellen einer Richtlinie für die Offenlegung nicht-finanzieller Informationen zugestimmt. Daraus ergibt sich eine Verpflichtung zur CSR-Berichterstattung ab dem Jahr 2017. Ein zentraler Bestandteil davon ist der Umweltbericht. Rechtlich bindend wird die Regelung für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, für die ein besonderes öffentliches Interesse gilt - wie Finanzdienstleister, Versicherungen und börsenorientierte Unternehmen. Auch wenn die Richtlinie für den Großteil der kleinen und mittleren Unternehmen nicht direkt gilt, werden sich viele von ihnen aufgrund wachsender ökologischer Anforderungen in der Lieferkette mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen müssen.

 

Im Rahmen der CSR-Berichtspflicht müssen einige unternehmen nun über ökologische und soziale Themen Rechenschaft ablegen. Was früher freiwilliges CSR-Engagement war, wird immer mehr zum gesetzlichen Standard. Mit der CSR­Berichtspflicht geht eine größere Transparenz in Bezug auf ökologische und soziale Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeit einher. Corporate
Social Responsibility (CSR) ist nicht mehr nur eine
Frage des guten Namens, sondern eine Pflichtveranstaltung. Längst nicht alle Unternehmen haben
sich darauf eingestellt und CSR näher an die Compliance­Abteilung rücken lassen. 

 

Die neue Berichtspflicht erhöht also den Druck auf Unternehmen und der Gesetzgeber versucht zunehmend, CSR­-Themen in Pflichten zu übersetzen.Für Unternehmen entsteht damit Handlungsbedarf, dabei kümmert sich Compliance um die Regeltreue eines Unternehmens, es geht also darum, inwieweit Mitarbeiter Gesetze, Vorschriften und Selbstverpflichtungen ein­ halten. Bei Verstößen drohen Strafen oder Bußgelder. Das war bislang bei CSR­-Themen nur ausnahmsweise der Fall, was sich nun ändert. Es ist deshalb wichtig genau zu beobachten, welche Bereiche von CSR bald mehr sind als nur Empfehlungen oder gute Kommunikation, denn andernfalls können Unternehmen schmerzhafte Konsequenzen drohen. 

 

Handlungsbedarf im Mittelstand

Für Unternehmen bedeuten Berichtspflicht sowie Menschenrechts­ und Nachhaltigkeitsempfehlungen zunächst einmal keine zwangsläufigen Veränderungen in der Organisationsstruktur. "Ratsam sind sie jedoch", meint Nachhaltigkeitsmanagerin Ulrike Stöckle. "Welchen Umfang diese Konsequenzen haben, hängt ganz davon ab, wie ein Unternehmen aufgestellt ist. Große Unternehmen unterhalten meist eigene Compliance­- oder Nachhaltigkeits-Abteilungen, die ohnehin schon für CSR im Unternehmen zuständig sind" erläuert Stöckle weiter. Bei vielen mittelständischen Unternehmen dagegen gibt es nur einen einzelnen CSR-Beauftragten oder ein externer Berater begleitet den Prozess bis zur Erstellung des Nachhaltigkeits- oder Umweltberichts. 

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